| das_elfte_gebot ( @ 2006-01-20 17:35:00 |
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Das kleine, sarkastische FF-Glossar
Alles wissenswerte zum Thema FF, aus der ironischen Ecke betrachtet. Bei Gelegenheit und neuen Ideen auch beliebig erweiterbar.
Absatz:
Eine augenfreundliche Formatierungshilfe, damit man von einem Textblock nicht erschlagen wird. Wird von vielen FF Schreibern mit äußerstem Misstrauen betrachtet und nur unter Androhung härtester Strafen (keine Kommis!) verwendet.
A/N:
Steht für author’s note. Mehr oder weniger sinnvolles Gelaber, das der Autor zur näheren Erklärung seiner Story von sich gibt. Vom Leser besonders geschätzt werden A/Ns mittendrinne in einer Geschichte.
AU:
Steht für alternate universe. Muß jedes mal als Entschuldigung herhalten, wenn ein Autor zu faul war, seine FF dem Canon besser anzupassen.
Autor:
Eine Person, die meint, ihre Schöpfung aus wild zusammengewürfelten Sätzen könnte man auch einem breiteren Publikum in Form einer FF zugänglich machen. Wenn man Glück hat, verfügt diese dann auch über einen gewissen Unterhaltungswert.
Betaleser:
Die letzte Rettung eines Autors, der zu Schulzeiten während des Deutschunterrichts lieber die BRAVO gelesen hat. Leider zeigt sich nur allzu oft, dass der Beta zu seinen eigenen Schulzeiten demselben Hobby gefrönt hat.
Canon:
Das offizielle Zuhause, in dem die verwendeten Originalcharaktere einer FF beheimatet sind. Hält sich eh kaum ein Schwein dran, also vergesst es.
Chappi:
Hier nicht das Hundefutter, auch nicht als Gegenstück zu Whiskas zu betrachten. Vielmehr handelt es sich um einen beliebten Ausdruck pubertierender Teenager für Chapter (= Kapitel).
Cliffhanger:
Das Beenden eines Kapitels an einer besonders spannenden Stelle, um auch die widerspenstigsten Leser zum Wiederkommen zu zwingen.
Comment
Engl. für Kommentar zu einer FF. Für jeden Autor eine Frage von Leben und Tod. Darf nur überschwängliches Lob und nicht den Hauch einer Kritik enthalten, anderenfalls gilt es als Flame.
Commentbettler:
Ein besonders penetranter Autor, der alle drei Sätze verkündet, dass er das nächste Kapitel erst online stellt, wenn mindestens 50 neue Comments dazu eingetroffen sind.
Crossover:
Eine FF, in der zwei fiktive Welten, die absolut nichts miteinander zu tun haben, miteinander vermantscht werden. Haut meistens eh nicht hin.
Disclaimer:
Der obligatorische Hinweis, dass man an den verwendeten Figuren keine Rechte hat und damit auch kein Geld verdient. Auch etwas, was niemanden interessiert.
Don’t like, don’t read:
Das mit Abstand beliebteste und zugleich schwachsinnigste Argument gefrusteter FF Autoren gegen Kritik. Sie übersehen leider, dass man ihr Kunstwerk zunächst lesen muß, um sagen zu können, ob es einem nun gefällt oder nicht.
Drabble:
Eine FF, in der der Autor gezwungen ist, seine Ergüsse auf 100 Worte zu beschränken.
Duden:
Unter FF-Autoren auch als das Buch der Mysterien bekannt. Sehr schwierig zu lesen und fast unmöglich zu verstehen, weswegen es auch lieber als Türstopper, Briefbeschwerer o.ä. verwendet wird.
Emoticons:
Eine Möglichkeiten, mit ein paar Satzzeichen seiner Stimmung Ausdruck zu verleihen. Findet berechtigte Anwendung in Chatrooms, gehört in FFs verboten!
Fanfiction:
Auch Fanfic, Fic oder kurz FF genannt. Eine von Fans verfasste Geschichte zu einem Fandom, die ab und zu, und wenn man viel Glück hat, sogar noch etwas mit der Originalstory zu tun haben kann.
Fandom:
Der Oberbegriff zu einem Phantasieuniversum wie Star Wars oder Harry Potter, unter dem sich eine jeweilige Horde schreibwütiger Fans zusammengerottet hat.
Flame:
Eigentlich ein beleidigender Kommentar zu einer FF, normalerweise aber die wutentbrannte Bezeichnung eines FF-Autors für eine unbequeme Kritik, auch oder gerade wenn sie ausführlich, konstruktiv und völlig berechtigt ist.
Fluff:
Eine FF ohne weiteren Tiefgang, in der alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.
Gary Stu:
Die männliche Variante einer Mary Sue.
Grammatik:
Die hohe und ungemein schwierige Kunst, seine Sätze so zu formulieren, dass sie für den Leser wenigstens irgendeinen nachvollziehbaren Sinn ergeben.
Het:
Bezeichnung für ein heterosexuelles Pairing in einer FF. Ist langsam am Aussterben, weil in vielen Fandoms die Charaktere sowieso alle schwul sind.
IC:
Engl. für in character. Findet in den ganz seltenen Fällen Anwendungen, in denen eine Figur in einer FF tatsächlich ihrem Vorbild aus der Originalstory entspricht.
Interpunktion:
Diese ganzen Pünktchen und Häkchen, mit denen man seinen Text verzieren kann. Jeder FF Autor hat da sein eigenes, ganz spezielles Verteilungssystem (auswürfeln, drüberkippen, per Horoskop bestimmen, ...), das er niemandem verrät.
Kritik:
Die ausführliche und ehrliche Besprechung einer FF, in der auf Stärken und Schwächen der Story aufmerksam gemacht wird. Wird von allen Autoren zwar ausdrücklich gewünscht, aber nur die wenigsten können damit umgehen.
Kritik, konstruktive:
Ursprünglich dazu gedacht, einem Autor Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Darf mittlerweile keinesfalls Ausdrücke wie überarbeiten, umformulieren, Rechtschreibung, Grammatik, Beta zulegen etc. enthalten, sonst gilt sie als Flame.
Kritiker:
Die meistgehasste Person in Autorenzirkeln. Je ehrlicher er ist, desto mehr wird er von einem Autor und dessen Fanclub beschimpft, mit Hassmails überschüttet und lächerlich gemacht.
Lemon:
Eine FF mit ausführlich beschriebenen sexuellen Handlungen. Ist meistens so schlecht geschrieben, dass beim lesen das Gefühl entsteht, man hätte in eine Zitrone gebissen.
Leser:
Ein dankbarer und i.d.R. auch völlig anspruchsloser FF-Konsument, der selbst bei Werken unterster Qualität in wahre Begeisterungsstürme ausbricht.
Logik:
Wird von vielen FF Autoren als etwas völlig überflüssiges betrachtet. Leider lassen sie sich diese Einstellung dann auch nur allzu oft anmerken.
Malfoy, Draco
Oberfieser Mitschüler von Harry Potter. Wird vom Potter-Fandom geliebt und bekommt deshalb in unzähligen FFs eine Gehirnwäsche verpasst. Danach weist er all die liebenswerten Eigenschaften auf, die ihm J.K.Rowling in ihrer bodenlosen Ignoranz schlichtweg verweigert hat.
Mary Sue:
Der Albtraum eines jeden auch nur halbwegs anspruchsvollen Lesers. Ein blendend aussehendes, alles könnendes, über besondere Fähigkeiten verfügendes, bei allen beliebtes und meist weibliches Wesen in einer FF, das die Welt rettet, sich dabei entweder selbst opfert oder mit ihrem auserkorenen Prinzen im Bett landet. Passiert vorzugsweise dann, wenn sich ein Autor selbst in seine Story hineinschreibt.
MPREG:
Steht für male pregnancy, also für FFs, in denen ein Mann schwanger wird. Die Autoren sollten diese Methode lieber zum Patent anmelden, anstatt hirnlose Stories darüber zu verfassen.
OOC:
Steht für out of character. Trifft zu, wenn sich ein Originalcharakter in einer FF entschieden danebenbenimmt. Beispielsweise einen Harry Potter, der als Anführer der Todesser fungiert und mit Voldemort eine heftige Liebesaffäre am Laufen hat, könnte man als ooc einstufen.
Pairing:
Klärt die Frage, wer mit wem in die Kiste hüpft.
PWP:
Plot, what plot? Oder auch: Porn without plot. Eine FF, in der ohne nähere Angaben von Gründen möglichst schnell losgerammelt wird. Diese Szene wird dann in aller Ausführlichkeit beschrieben, alles andere muß man sich gefälligst selbst dazudenken.
Rating:
Eine Altersempfehlung, damit man weiß, wovon man besser die Finger lässt. Wird von praktisch niemandem ernst genommen.
Review:
Dasselbe wie Comment oder Kritik, es gelten dieselben Regeln.
R&R:
Steht für read & review. Die dezente Aufforderung eines Autors, dass man sein Werk sowohl lesen als auch kommentieren soll.
Shipper:
Ein fanatischer Anhänger eines bestimmten Pairings oder einer bestimmten Handlung.
Slash:
Bezeichnet homosexuelle Pairings. Qualitativ fast immer grottenschlecht, weil 15 jährige Fangirlies mit diesem Thema einfach restlos überfordert sind.
Smut:
Sexuelle Handlungen, die in besonders vulgärer Sprache beschrieben werden. Der gute, alte Schweinkram also.
Songfic:
Eine FF, in die der Autor seinen Lieblingssong integriert und diesem die Handlung anpasst. Kann gut sein, wenn es wirklich zusammenpasst, ist aber sehr oft nur ein plumpes Ärgernis, wenn Song und Story mit der Brechstange zusammengeknotet wurden.
Spoiler:
Eine Warnung, dass in einer FF Einzelheiten oder auch das Ende der Originalgeschichte verraten wird. Schwer vorstellbar, dass es Fans gibt, die das Original noch nicht in- und auswendig kennen.
Storyline:
Der rote Faden, der sich durch eine Geschichte zieht. Hat in vielen FF’s verblüffende Ähnlichkeit mit dem gordischen Knoten, dem minoischen Labyrinth oder dem Zopf von Rapunzel.
Summary:
Eine kurze, dem Text vorangestellte Inhaltsangabe, die das Interesse an einer FF wecken soll. Ungemein hilfreich, denn so sieht man auf den ersten Blick, welche Stories man besser gar nicht erst öffnet.
TBC:
Steht nicht für eine extrem ansteckende Erkrankung, sondern für to be continued. Bezeichnet eine noch nicht beendete FF, die weitergeschrieben wird, falls der Autor nicht irgendwann die Lust verliert.
Warning:
Eine Warnung zu Beginn einer FF, dass der Inhalt zartere Gemüter verstören könnte. ‚Extreme, sinnlose Gewalt’ oder auch ‚brutale Vergewaltigung’ zählen dazu‚ ‚grauenvoll schlecht geschrieben’ sucht man als warning leider vergebens.
WIKTT:
Steht für when I kissed the teacher. Unter diesem Überbegriff kann man alle Hermine/Snape Pairings zusammenfassen, in denen die beiden auf romantische Weise zusammengebracht werden. Happy End natürlich im Preis inbegriffen. Sind i.d.R. zwar völlig ooc, werden aber von den zahlreichen Snape/Hermine-Shippern abgöttisch geliebt.